Long- und Post-COVID

Wissenswertes zu den Spätfolgen einer Corona-Infektion und Unterstützung für Betroffene

Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Konzentrationsstörungen, Herzrasen, Muskel- und Gliederschmerzen – nur einige der Symptome, die Sie noch lange nach einer überstandenen COVID-19-Infektion begleiten können. Betroffen sind nicht nur Menschen mit schweren Verläufen, sondern auch Infizierte, die nur wenige oder gar keine Symptome hatten, darunter auch Kinder.

Was ist Long- und Post-COVID?

Long- und Post-COVID umfasst gesundheitliche Langzeitfolgen, die infolge einer akuten Erkrankung an COVID-19 vorhanden sein können. Dazu zählen Beeinträchtigungen der körperlichen und psychischen Gesundheit sowie Einschränkungen in der Funktionsfähigkeit und Lebensqualität. Menschen, die an Long- und Post-COVID leiden, sind nicht mehr ansteckend.

Wenn Ihre Symptome länger als 4 Wochen nach einer überstandenen COVID-19-Erkrankung andauern, spricht man von Long-COVID. Sind diese auch mehr als drei Monate später noch vorhanden, leiden Sie unter Post-COVID. Schätzungen zufolge betrifft dies bis zu 20 % aller COVID-19- Erkrankten (Robert-Koch-Institut 2022).

Welche Symptome können bei Long- und Post-COVID auftreten?

Die berichteten Symptome sind sehr unterschiedlich. Sie können einzeln oder in Kombination auftreten und unterschiedlich lange andauern. Zu den häufigsten Symptomen, die bislang in Studien beobachtet wurden, gehören (nicht abschließend):

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an die Studie von Nalbandian, Sehgal, Gupta et al. (2021).

Welche Behandlungsmöglichkeiten bietet Ihnen Ihre BKK Miele?

Da die Ursachen der Langzeitfolgen einer Corona-Infektion weiterhin erforscht werden müssen, kann man bei Long- und Post-COVID bislang nur die Symptome behandeln. Je nach Ausprägung dieser Symptome sind verschiedene Therapien sinnvoll.

Grundsätzlich sollten Sie nach einer COVID-19-Erkrankung als erste Anlaufstelle Ihre Hausarztpraxis aufsuchen. Die Praxis leitet Sie bei Bedarf an verschiedene Therapeuten, Fachärzte oder Post COVID-Ambulanzen weiter und unterstützt Sie im weiteren Behandlungsverlauf. Kann hierdurch noch keine Besserung erzielt werden oder sind Ihre Symptome besonders ausgeprägt, kann eine Rehabilitation in einer Klinik helfen (s. Abbildung).

Wechseln Sie zur Arztsuche

Eine gezielte medikamentöse Behandlung von Long- und Post-COVID-Symptomen ist im Gegensatz zur Therapie einer akuten COVID-19-Erkrankung derzeit noch nicht verfügbar. Momentan wird untersucht, welche bereits zugelassenen Medikamente wirksam sein können – zum Beispiel, um Entzündungsreaktionen zu hemmen oder die Durchblutung zu verbessern. Erste Versorgungsansätze einer Spezialisierung für Long- und Post-COVID-Betroffene gibt es bereits

  • in Form einer initialen Sprechstunde

Eine Liste von Angeboten hat die Betroffenen-Initiative ‚Long COVID Deutschland‘ hier zusammengestellt.
Wenn Sie sechs Monate nach einer COVID 19-Erkrankung an schweren Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen leiden und deren Symptome nach Anstrengung weiter zunehmen, bietet die Charité in Berlin eine spezielle Post-Covid-Fatigue-Sprechstunde.

  • in Form von ambulanten Versorgungsnetzen

In der Region Bünde-Kirchlengern-Rödinghausen steht Ihnen das BKK-Versorgungsprogramm „Opti- MuM“ zur Verfügung. Hier erhalten Sie als Long-/Post-COVID-Betroffener und Versicherter der BKK Miele ein für Sie maßgeschneidertes Versorgungsprogramm des Ärztenetzes Medizin und Mehr (MuM). Weitere Informationen erhalten Sie auf der MuM-Website.
Die Kassenärztlichen Vereinigungen Baden-Württemberg und Bayern haben 2021 jeweils ein ambulantes Long-COVID-Netzwerk mit Arztpraxen verschiedener Fachdisziplinen zur koordinierten Versorgung von Long- und Post-COVID-Betroffenen in Baden-Württemberg und Bayern entwickelt. Weitere Informationen finden Sie hier: Baden-Württemberg, Bayern.

  • in Form von spezialisierten Versorgungsangeboten an Krankenhäusern

Im Deutschen Krankenhausverzeichnis wurde ein neuer Filter „Long-COVID / Post-COVID“ geschaffen, den Sie nach der initialen Umkreis- oder Krankenhausnamen-Suche auswählen können.

Hiermit werden Ihnen spezialisierte Versorgungsangebote an Krankenhäusern kategorisiert nach Symptomen angezeigt.

Zudem wurden einige „Post-COVID-Ambulanzen“ gegründet, in denen eine koordinierte Versorgung von Long- und Post-COVID-Patienten durch verschiedene medizinische Fachgebiete angeboten wird. Eine Liste von Angeboten hat die Betroffenen-Initiative ‚Long COVID Deutschland‘ hier zusammengestellt.

Post-COVID-19-Ambulanzen

  • in Form von digitalen Angeboten

Eine digitale Unterstützung per App erhalten Sie bei der Nachsorge der Rehabilitation bestimmter Kliniken, z.B. mit Caspar Health oder EvoCare. Diese kombiniert einen digitalen Behandlungsplan und telemedizinische Leistungen mit persönlichen Leistungen vor Ort. Die Kosten werden von der Deutschen Rentenversicherung übernommen.

Long- und Post-COVID als Berufskrankheit: Wo erhalte ich Unterstützung bei der Eingliederung in den Arbeitsalltag?

Für Betroffene mit Long- und Post-COVID als Berufskrankheit bieten die Berufsgenossenschaften (BG) einen Post-COVID-Check an. Das Verfahren wird stationär in einer BG-Klinik durchgeführt und dauert bis zu zehn Tage.

Ziel ist die Entwicklung eines maßgeschneiderten Therapie- und Rehabilitationskonzeptes. Je nach Bedarf werden Fachdisziplinen wie HNO, Urologie, Immunologie, Psychiatrie, Gastroenterologie oder Rehabilitationsmedizin hinzugezogen. Der Check wird durch das Rehabilitationsmanagement des zuständigen Unfallversicherungsträgers begleitet. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an ihre BG oder Unfallkasse.

Wie finde ich Selbsthilfeangebote?

An vielen Orten in Deutschland haben sich Betroffene in Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen. Neben Long- und Post-COVID-Patienten können sich Betroffene auch zu psychosozialen Anliegen austauschen, zum Beispiel trauernde Angehörige von COVID-19-Verstorbenen oder Menschen, die die Einsamkeit während der Pandemie gemeinsam überwinden wollen. Eine Übersicht der Angebote bietet die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) e.V..

Übersicht der Corona-Selbsthilfegruppen in Deutschland

Gibt es eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für meine Beschwerden?

Eine universelle DiGA zur Unterstützung der Therapie von Long- und Post-COVID existiert derzeit nicht (Stand: 07.03.2022). Jedoch gibt es Apps zur Unterstützung bei der Behandlung einzelner Symptome (z.B. Psyche oder Herz-Kreislauf). Eine aktuelle Übersicht finden Sie im DiGA-Verzeichnis.

Erfahren Sie mehr über digitale Gesundheitsanwendungen

Was kann ich selbst tun?

Die Weltgesundheitsorganisation hat eine Anleitung zu Übungen je nach Beschwerden herausgegeben. Eine Übersicht zu Atemübungen sowie Hinweise zur selbstständigen, schrittweisen Belastungssteigerung hat die Weltvereinigung für Physiotherapie entwickelt. Weitere Informationen finden Sie in der Leitlinie “Long-/Post-COVID-Syndrom" für Betroffene, Angehörige, nahestehende und pflegende Personen.

Erfahren Sie mehr in der “Long-/Post-COVID-Syndrom" Leitlinie

Gut informiert sein

Eine Auswahl an medizinischen Hintergrundinformationen sowie weitere Anlaufstellen haben wir hier für Sie zusammengestellt:

Lassen Sie sich impfen!

Der derzeit beste Schutz vor Long- und Post-COVID ist eine Impfung gegen das Coronavirus. Alles Wichtige dazu erhalten Sie auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums.

Wichtige Informationen zur Impfung

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